Referenzen
Bodenkundliche Baubegleitung im Rahmen von Energie- und Infrastrukturprojekten
Im nordwestdeutschen Raum werden derzeit zahlreiche Trassen- und Energieprojekte umgesetzt, darunter Erdkabeltrassen, Freileitungsbau, PV-Freiflächenanlagen, Windparks und Deichbauvorhaben. Diese Maßnahmen gehen häufig mit großflächigen Bodeneingriffen einher und stellen besondere Anforderungen an den Schutz der natürlichen Bodenfunktionen.
Die Ingenieurbüro Linnemann GmbH ist in diesem Kontext bei mehreren, teils langjährigen Projekten als bodenkundliche Baubegleitung tätig. Ziel ist es, Eingriffe fachgerecht zu begleiten, schädliche Bodenveränderungen zu vermeiden und einen reibungslosen sowie rechtskonformen Bauablauf sicherzustellen – insbesondere in sensiblen Bereichen wie Moor- und Marschböden oder potenziell sulfatsauren Böden.
Der Leistungsumfang umfasst unter anderem die Erstellung von Bodenschutz- und Bodenmanagementkonzepten nach DIN 19639 in der Genehmigungsphase, die Durchführung bodenkundlicher Untersuchungen zur Beweissicherung, die fachliche Begleitung der Bauausführung sowie die Beratung der Projektbeteiligten. Darüber hinaus unterstützt das Büro die Einhaltung bodenschutzrechtlicher Anforderungen, die Sicherstellung der Kreislaufwirtschaft sowie den Erhalt und die Wiederherstellung der Bodenfunktionen auf den Baustellen.
Auftraggeber:
RWE Renewables GmbH, EWE Netz GmbH, NLWKN, Autobahn GmbH des Bundes, Siemens Energy GmbH sowie in Kooperation mit weiteren Ingenieurbüros u. a. Amprion GmbH und TenneT TSO GmbH.
A29 Oldenburg – Bodenschutz- und Bodenmanagementkonzept, Abschnitt 130
Die Autobahn GmbH des Bundes plant im Stadtgebiet Oldenburg die Grunderneuerung der BAB A29 (Abschnitt 130 – Osttangente Oldenburg) auf einer Länge von 3,5 km, inklusive Ersatzneubau der Huntebrücke sowie des Bauwerks Oldenburg-Hafen.
Die Ingenieurbüro Linnemann GmbH wurde mit der Erstellung eines Bodenschutz- und Bodenmanagementkonzepts sowie der bodenkundlichen Baubegleitung beauftragt. Ziel ist es, die Baumaßnahme unter Berücksichtigung aller bodenschutzfachlichen Anforderungen fachgerecht zu planen und umzusetzen.
Der Leistungsumfang umfasst unter anderem die Begleitung der Ausführungsplanung, die Prüfung von Bauunterlagen, die Beratung der Fachplaner in bodenkundlichen Detailfragen, die Entwicklung geeigneter Bodenschutzmaßnahmen sowie die Dokumentation des Ausgangszustands. Darüber hinaus begleitet das Büro die Bauausführung, wirkt bei Einweisungen und Abnahmen mit und unterstützt die Überwachung der Räumungs- und Rekultivierungsmaßnahmen.
Auftraggeber: Autobahn GmbH des Bundes, Oldenburg
Ausführungszeitraum: 2023–2029
Rohstoffprospektion: Ton
Zur Herstellung hochwertiger Pflasterklinker im nordwestlichen Niedersachsen benötigt die Wienerberger GmbH geeignete Tonrohstoffe in werksnaher Lage. Ziel des Projektes ist es, hochwertige Tonvorkommen zu identifizieren, zu erkunden und langfristig zu sichern.
Hierzu wurde ein GIS-basiertes Modell entwickelt, mit dem potenzielle Erkundungsflächen unter Einbeziehung öffentlich zugänglicher Daten zu Geologie, Hydrologie, Schutzgebieten und aktueller Flächennutzung eingegrenzt werden. Aufbauend auf dieser Analyse erfolgen Gespräche mit Flächeneigentümerinnen und -eigentümern sowie Geländebegehungen zur weiteren Bewertung der Standorteignung.
Im nächsten Schritt werden Erkundungsbohrungen geplant, durchgeführt und fachlich überwacht, um die Qualität und Mächtigkeit der Tonvorkommen zu untersuchen und eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Rohstoffsicherung zu schaffen.
Auftraggeber: Wienerberger GmbH, Oldenburger Allee 26 in 30659 Hannover.
Ausführungszeitraum: Seit 2018
Wasserwerk Blumenthal der wesernetz Bremen GmbH
Das Wasserwerk Blumenthal der wesernetz Bremen GmbH ist im Bremer Norden angesiedelt und in erster Linie für die Förderung und Aufbereitung von Grundwasser aus dem Wasserschutzgebiet Blumenthal zuständig. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1928 wurde die Kapazität des Werkes kontinuierlich erweitert und beträgt heute rund 20.000 Kubikmeter täglich. Über mehrere aufeinander abgestimmte Filterstufen werden die Enteisenung, Entmanganung und Entsäuerung des geförderten Grundwassers sichergestellt, das teilweise auch aus dem Wasserschutzgebiet Vegesack stammt. Darüber hinaus verfügt das Wasserwerk über eine technische Sauerstoffdosierung, durch die der Zusatz von Reinwasser vermieden wird. Auf diese Weise kann die Anlagenkapazität um rund 13 Prozent effizienter genutzt werden.
Die Ingenieurbüro Linnemann GmbH erbringt für das Wasserwerk Blumenthal der wesernetz Bremen GmbH umfassende wasserwirtschaftliche und hydrogeologische Leistungen. Hierzu zählen die Erstellung wasserwirtschaftlicher Jahresberichte im Rahmen der Beweissicherung sowie die Ausarbeitung von Wasserrechtsanträgen. Darüber hinaus übernimmt das Büro die Planung und gutachterliche Begleitung beim Bau und bei der Sanierung von Grundwassermessstellen und Brunnen. Ergänzend werden hydraulische und hydrogeologische Untersuchungen geplant, durchgeführt und ausgewertet.
Auftraggeber: Wasserwerk Blumenthal der wesernetz Bremen GmbH
Hydrogeologisches Monitoring zweier Nassabbauvorhaben
Für zwei Sandnassabbauvorhaben (< 25 ha) im Landkreis Rotenburg (Wümme) wird im Rahmen der Genehmigungsauflagen seit 2018 ein jährlicher hydrogeologischer Kurzbericht erstellt. Ziel ist die fortlaufende Dokumentation der hydrogeologischen Verhältnisse sowie die Überprüfung der Einhaltung der Vorgaben des Abbauplans.
Im Zuge des Monitorings werden Grund- und Oberflächenwassermessstellen eingerichtet und betrieben, Wasserstände erfasst und ausgewertet sowie der Abbaufortschritt hinsichtlich Sohltiefen, Böschungen und Sicherheitsabständen geprüft. Die Ergebnisse werden in Form von Isolinien- und Gangliniendarstellungen aufbereitet. Zudem erfolgen die Bestimmung des höchsten zu erwartenden Grundwasserstandes und die Bewertung der Flurabstände.
Ergänzend werden Probenahmen koordiniert sowie chemisch-physikalische Untersuchungen des Grund- und Oberflächenwassers ausgewertet und fachlich beurteilt, einschließlich der trophischen Einordnung der Gewässer. Bei Bedarf werden Empfehlungen für weiterführende Maßnahmen formuliert.
Auftraggeber: Kriete & Partner GmbH, Seedorf.
Renaturierung der Salzwiese
Ostheller, Norderney
Im Rahmen der Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 wurde als Kompensationsmaßnahme für Eingriffe in das Wattenmeer die Renaturierung einer anthropogen überprägten Salzwiese auf dem Ostheller der Insel Norderney festgelegt. Ziel ist die Wiederherstellung einer natürlichen Überflutungsdynamik zur ökologischen Aufwertung des Lebensraumtyps 1330.
Die Ingenieurbüro Linnemann GmbH erstellte hierfür ein hydrologisches Gutachten als Grundlage für die Ausführungsplanung. Dazu wurden über sechs Monate acht Tidewassermessstellen betrieben und die erhobenen Daten mit regionalen Pegelstationen korreliert. Mithilfe eines speziell entwickelten Flood-fill-Algorithmus konnten Überflutungshäufigkeit und Abflussverhalten präzise modelliert und die optimale Gestaltung der Renaturierungsmaßnahmen abgeleitet werden.
Auftraggeber: Amprion Offshore GmbH (über Kirchner Ingenieure)
Ausführungszeitraum: 2024–2025

